Südamerika statt Schreibtisch
(10.01.2026-20.02.2026)
Wir testen das Leben nach dem „Muss“.
Der Wecker ist still, der Laptop geschlossen. Wir tauschen den Alltag gegen Abenteuer, das Büro gegen Bananenplantagen und die Kaffeemaschine gegen Kokospalmen. Sechs Wochen lang wollen wir das tun, wofür im Berufsleben nie Zeit war: neugierig sein, staunen, Umwege machen. Südamerika – wir sind bereit für dich (oder glauben es zumindest).
Man sagt, mit 60 wird alles ruhiger. Wir sagen: von wegen! Statt Routine gibt’s Rucksack, statt Terminkalender Zeit. Wir starten unsere Frühpension mit einem Sprung ins Unbekannte – durch Länder, die uns schon lange interessieren und deren Charme wir hoffentlich bald verstehen. Ob das Abenteuer oder Selbstversuch wird, sehen wir unterwegs.
Sechs Wochen Ferien.
Allein dieser Satz fühlt sich ein bisschen nach Waghalsigkeit an. Zum ersten Mal so lange weg von meinen Kindern, meinen Freunden und meinem Zuhause. Jenem Zuhause, das mir bisher zuverlässig nach spätestens zwei Wochen zuflüstert: «So, jetzt reicht’s dann.» Heimweh ist bei mir kein Überraschungsgast – eher ein treuer Reisebegleiter mit festem Zeitplan.
Wie wird das diesmal? Halte ich durch? Oder sitze ich nach 14 Tagen irgendwo zwischen Palmen und Meer und nerve meine Lieben zuhause mit täglichen Facetime-Anrufen? (Nein, nein, keine Angst: ich bin ja schon froh, wenn mein Datenvolumen auf dem Natel für die Wegsuche durch die verworrenen Dschungelpfade ausreicht🫣).
Wir reisen quer durch Mittel- und Südamerika. Mit Flugzeug, Fähren, Motorbooten, Bussen, Taxis, Velos – und erstaunlich oft barfuss. Mal gut organisiert, mal nach dem Motto «wird schon klappen». Zwischen Dschungel und Strand, Grossstadt und Dorfleben, Komfort und Chaos. Es kann also durchaus mal vorkommen, dass ich den Internetzugriff nicht finde und Du etwas länger nichts mehr von mir hörst, gell.
Diese Reise ist also nicht nur ein geografisches Abenteuer, sondern auch ein emotionales. Ein Selbstversuch in Sachen Loslassen und Vertrauen.
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18 Kilo für 6 Wochen – oder: Warum meine Reisetasche immer gewinnt
Sechs Wochen unterwegs. Drei Klimazonen im Kopf. Und eine Reisetasche, die unerbittlich bei 18 Kilo Schluss machen muss. Theoretisch. Praktisch beginnt hier die Verhandlung. Mit mir selbst. Und mit jedem einzelnen Kleidungsstück.
Man legt alles aufs Bett, staunt kurz über den eigenen Optimismus („Das ziehe ich sicher an“) und beginnt dann zu streichen. Erst gnadenlos. Dann emotional. Am Ende bleibt erstaunlich viel übrig – und erstaunlich wenig Platz. Schuhe sind die Endgegner. Bücher ebenfalls. Und irgendwer hat behauptet, man brauche „für alle Fälle“ etwas Elegantes. Für welche Fälle genau, bleibt offen.
Zwischendurch steht man auf der Waage, erst mit Tasche, dann ohne, dann nochmal – nur um sicherzugehen, dass sich die Physik vielleicht doch verhandeln lässt. Spoiler: lässt sie nicht. Die Hälfte davon wird man kaum tragen. Aber genau das falsche Teil fehlt garantiert.
